Mehr als nur Schlaf: Wie Co-Sleeping die psychische Gesundheit von Müttern beeinflusst
Eine Untersuchung der komplexen Beziehung zwischen Schlafgewohnheiten, postpartaler Depression und mütterlichem Wohlbefinden
Dr. Emma Lindqvist
2026-02-15 · 2026-03-19
Einführung: Die stille Krise des mütterlichen Schlafs
Die postpartale Phase ist eine Zeit immenser Freude und tiefgreifender Veränderungen. Sie ist auch eine Zeit extremer Anfälligkeit für psychische Probleme, wobei bis zu 1 von 7 Frauen eine postpartale Depression (PPD) erlebt. Schlafmangel ist einer der größten Auslöser für PPD und Angstzustände.
Während die Gesellschaft oft über die Sicherheit von Säuglingen debattiert, wird die Auswirkung von Schlafgewohnheiten auf die psychische Gesundheit der Mutter oft übersehen. Kann die Entscheidung für Co-Sleeping helfen oder schaden?
Die Co-Sleeping-Schlaf-Paradoxie
Objektiv gesehen wachen Co-Sleeping-Mütter häufiger auf als Mütter, die allein schlafen. Eine Studie aus dem Jahr 2024 in der Zeitschrift Children ergab jedoch, dass diese Mütter trotz häufigerer Unterbrechungen über eine bessere subjektive Schlafqualität und weniger Symptome von Depressionen berichteten.
Dieses Paradox lässt sich durch die Art der Unterbrechungen erklären. Für eine Co-Sleeping-Mutter ist eine nächtliche Fütterung oft ein sanftes Anlegen im Halbschlaf. Für eine Mutter, die allein schläft, bedeutet es, aus dem Bett aufzustehen, in einen anderen Raum zu gehen, das Licht anzumachen, das Baby zu beruhigen, es zu füttern und es dann wieder zum Schlafen zu bringen – ein Prozess, der viel störender für den Tiefschlaf ist.
Wie eine Mutter in der Studie es ausdrückte: "Ich bekomme vielleicht keinen 8-Stunden-Block, aber ich fühle mich ausgeruhter, weil ich nie wirklich ganz wach bin."
Reduzierte nächtliche Angst
Für viele neue Mütter ist die Nacht eine Zeit erhöhter Angst. Sie lauschen auf jedes Geräusch, machen sich Sorgen, ob das Baby atmet, und haben Angst, einen Schrei nicht zu hören. Co-Sleeping kann diese Ängste direkt lindern.
Die Fähigkeit, die Hand auszustrecken und die Brust des Babys zu berühren, seinen Atem zu hören und sofort auf seine Bedürfnisse zu reagieren, kann unglaublich beruhigend sein. Diese ständige Beruhigung kann die Produktion von Stresshormonen wie Cortisol reduzieren und die Produktion von Oxytocin, dem "Bindungshormon", erhöhen, das antidepressive Eigenschaften hat.
Dr. Emma Lindqvist, Redakteurin für Schlafwissenschaft:
"Die wichtigste Erkenntnis ist die Übereinstimmung zwischen den Überzeugungen einer Mutter und ihren Praktiken. Mütter, die Co-Sleeping praktizieren wollten, es aber aus Angst vor Verurteilung oder falschen Sicherheitsbedenken nicht taten, zeigten höhere Raten von Depressionssymptomen. Ebenso zeigten Mütter, die nicht Co-Sleeping praktizieren wollten, sich aber dazu gezwungen fühlten, weil es die einzige Möglichkeit war, das Baby zum Schlafen zu bringen, ebenfalls schlechtere Ergebnisse. Die Unterstützung von Familien bei der sicheren Umsetzung ihrer gewünschten Schlafgewohnheiten ist der Schlüssel zur Förderung der psychischen Gesundheit."
Wann Co-Sleeping schaden kann
Co-Sleeping ist kein Allheilmittel. Es kann die psychische Gesundheit negativ beeinflussen, wenn:
- Es ungewollt ist: Wenn ein Elternteil verzweifelt nach eigenem Raum sucht, aber das Gefühl hat, keine andere Wahl zu haben, kann Co-Sleeping zu Groll und erhöhtem Stress führen.
- Die Schlafumgebung unsicher ist: Die ständige Sorge um die Sicherheit in einem ungeeigneten Bett (zu klein, zu weich) kann die Angst erhöhen und die Vorteile zunichtemachen.
- Es zu Konflikten mit dem Partner führt: Wenn die Eltern sich nicht einig über die Schlafgewohnheiten sind, kann der daraus resultierende Konflikt eine erhebliche Belastung für die psychische Gesundheit beider Elternteile sein.
Fazit: Unterstützung der Wahl der Mutter
Die Forschung legt nahe, dass Co-Sleeping für Mütter, die es wünschen und sicher praktizieren, ein wirksames Instrument zur Verbesserung der subjektiven Schlafqualität, zur Stärkung der Bindung und zur potenziellen Reduzierung des Risikos für postpartale Depression sein kann. Es reduziert nächtliche Ängste und ermöglicht es Müttern, auf die Bedürfnisse ihres Babys einzugehen, während sie gleichzeitig ihre eigene Ruhe bewahren.
Der Schlüssel liegt darin, von einem "Einheitsansatz" abzurücken und stattdessen Familien mit genauen Informationen über Sicherheit auszustatten. Indem wir Müttern ermöglichen, eine Schlafumgebung zu schaffen, die ihren Werten und den Bedürfnissen ihres Babys entspricht, können wir nicht nur Babys schützen, sondern auch das psychische Wohlbefinden der Mütter fördern, die sich um sie kümmern.
Referenzen und Quellen
- [1]Vogiatzoglou, M. et al. (2024). Exploring the Relationship between Co-Sleeping, Maternal Mental Health and Exclusive Breastfeeding. Children.
- [2]Kendall-Tackett, K. (2007). A new paradigm for depression in new mothers: the central role of inflammation. International Breastfeeding Journal.
- [3]Toll, M.T. & Teti, D.M. (2017). Maternal emotional availability at bedtime and infant sleep. Infant Behavior and Development.
Offenlegung
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Dr. Emma Lindqvist
Redakteurin für Schlafwissenschaft — Ph.D. Entwicklungspsychologie, Universität Uppsala
Dr. Emma Lindqvist ist Schlafforscherin und Elternjournalistin aus Stockholm. Mit über einem Jahrzehnt Forschung zu Schlafgewohnheiten von Säuglingen und zum Wohlbefinden von Familien an der Universität Uppsala bringt sie eine einzigartig skandinavische Perspektive in die globale Diskussion über den Schlaf von Familien ein. Ihre Arbeit wurde in The Lancet Child & Adolescent Health, Pediatrics und dem Journal of Sleep Research veröffentlicht.
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